MTZ-Stadt ? Nein Danke !

15. September 2018

Im Vergleich zur Bevölkerungsdichte in München und Berlin ist Frankfurt bei weitem noch nicht dicht besiedelt. Aber statt neue Wege für bezahlbaren Wohnraum durch kostengünstige Nachverdichtung innerhalb der Stadtgrenzen Frankfurts vorzuschlagen, bringen sich die beiden Direktoren des Regionalverbands mit ihrer Idee einer Trabantenstadt um das MTZ herum medienwirksam ins Gespräch – und die CDU Sulzbach gegen sich auf.

Nach dem es in der Vergangenheit immer wieder viel Streit um neue Baugebiete wie zum Beispiel „Südlich der Bahnstraße“ gab, haben sich Politik und Bürger im letzten Jahr im Rahmen des langfristig angelegten Gemeindeentwicklungskonzepts auf ein nur moderates Wachstum Sulzbachs verständigt. „Als Sulzbacher CDU stehen wir mit unserer Politik dafür ein, dass unser Heimatort für seine Bewohner lebens- und liebenswert bleibt. Eine anonyme Trabantenstadt ist für den sozialen Zusammenhalt und die ohnehin schon hohe Verkehrsbelastung rund um unseren Ort so ziemlich das Letzte, was wir auf unseren Äckern am MTZ brauchen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Brandt.

Solche Trabantenstädte wurden schon Anfang der 60er Jahre von den Städteplanern als schnelle Lösung gegen den Wohnraummangel im Ballungsraum Frankfurt angepriesen – tolle Verkehrsanbindung durch U-Bahn- oder S-Bahnanschluss selbstverständlich inklusive. So entstanden damals die heute problematischen Wohnstrukturen der Nordweststadt in Frankfurt und der Limesstadt in unserem Nachbarort Schwalbach. Nun wird mit den gleichen Argumenten wie früher eine „MTZ-Stadt“ für 6.000 Menschen propagiert, die bereits jetzt absehbar die bekannten Probleme solcher Trabantenstädte von Frankfurt nach Sulzbach exportiert. Stefan Uhrig vertritt die CDU im Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde und hat zu den Plänen des Regionalverbands eine klare Haltung: „MTZ-Stadt? Nein Danke!“ Statt weiter Felder mit Betonbauten zu versiegeln, sollten die Gremien und Behörden in Frankfurt nach Meinung der CDU-Fraktion besser dem Beispiel anderer Großstädte folgen und sich intensiv darum kümmern, dass die von Bauträgern und Projektentwicklern häufig beklagten Hürden bei der Nachverdichtung abgebaut werden, damit im innerstädtischen Bereich bezahlbarer Wohnraum entstehen kann.

Sulzbach ist eine selbstbewusste Gemeinde und mit ihrer kommunalen Eigenständigkeit durchaus in der Lage, sich den fremden Plänen für eine Trabantenstadt auf Sulzbachs Feldern wirksam entgegenzustellen.

Bild: Union Kommunikation Marc Bockholt